Zeitumstellung auf Sommerzeit = Energie sparen?

Heute Nacht am 26.03.2012 um 2 Uhr war es mal wieder so weit. Die Uhren wurden auf Sommerzeit um eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt und so manch einem fehlt jetzt eine Stunde Schlaf. Wenn wir früh aufstehen, ist es noch dunkel (oder wieder), und Abends ist es dafür länger hell. Abends länger hell? Das könnte ja bedeuten, dass man weniger Strom verbraucht. Aber stimmt das auch?
"Können wir dadurch, dass es Abends länger hell ist Strom sparen?"

 

Warum gibt es die Sommerzeit überhaupt?

Die Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit im Frühjahr und entsprechend von Sommer- auf Winterzeit im Herbst gibt es in Deutschland nun schon seit 1980. Die eigentliche Idee der Sommerzeit-Einführung, die in der damaligen Europäischen Union nach der Ölkrise 1973 geboren wurde, war es, Energie durch bessere Nutzung des Tageslichts einzusparen.

Sommerzeit bringt energetisch nichts!

Heute wissen wir jedoch, und Studien belegen dies, dass das schöne theoretische Modell in der Praxis leider nicht funktioniert:

Durch die Sommerzeit-Umstellung wird keine Energie gespart. Es wird eher noch mehr verbraucht.

Im Jahr 2008 wurden in den USA in Teilen des Bundesstaats Indiana – dort wurde die Sommerzeit teilweise erst 2006 eingeführt – Daten von fast 224.000 Haushalten ausgewertet, mit dem Ergebnis, dass der Stromverbrauch nach der Umstellung um ungefähr 1 Prozent anstieg, was die Verbraucher wiederum gut 8,6 Millionen US-Dollar pro Jahr kostete. Als Verursacher für den kontraproduktiven Anstieg wurden unter anderem ein erhöhter Heizbedarf in den frühen Morgenstunden und eine stärkere Nutzung von Klimaanlagen an den längeren Nachmittagen und warmen Sommerabenden erkannt.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat im März 2010 eine Meldung veröffentlicht, in der zu lesen ist, dass die deutsche Energiewirtschaft seit Jahren keine Sparwirkung durch den "Dreh am Zeiger" erkennen kann.
Gründe für das Ausbleiben der erhofften Ersparnis sind nach Angaben des BDEW, dass zwar an den hellen Sommerabenden weniger Strom für Licht verbraucht wird, dafür aber mehr Strom bei den abendlichen Freizeitaktivitäten. Ausserdem liege der Anteil des Lichts am Stromverbrauch der deutschen Haushalte bei nur etwa acht Prozent. Durch das geänderte Freizeitverhalten könnte demzufolge der Stromverbrauch anderer Anteile steigen. Und der relativ geringe Lichtspareffekt würde durch den immer stärkeren Einsatz von Energiesparlampen noch weiter sinken.