Merkel entlässt Bundesumweltminister Röttgen

 

Merkel entlässt erstmals Minister aus dem Amt

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute Vormittag Bundesumweltminister Norbert Röttgen aus seinem Amt entlassen. In der Pressekonferenz am Nachmittag erklärte Merkel, sie habe in einem Gespräch mit Bundespräsident Joachim Gauck vorgeschlagen, Röttgen von seinen Aufgaben als Minister zu entbinden, um "in diesem Amt einen personellen Neuanfang möglich zu machen" (Zitat A. Merkel). Die Energiewende sei ein zentrales Vorhaben dieser Legislaturperiode, und erfordere zur Umsetzung noch große Anstrengungen, so die Bundeskanzlerin. Es ist das erste Mal, dass Merkel einen Minister feuert. Der Entlassung vorausgegangen war das Wahldesaster in Nordrhein-Westfalen mit dem historisch schlechtesten Ergebnis für die CDU, nach dem Röttgen als Landesvorsitzender der CDU zurückgetreten war.

Peter Altmaier wird Nachfolger

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion und enger Vertrauter der Bundeskanzlerin, Peter Altmaier wurde von Frau Merkel als Nachfolger vorgeschlagen.
Die Bundestagsfraktionschefs der Grünen, Renate Künast und Jürgen Trittin, sehen in der Entlassung einen neuen Höhepunkt in der Dauerkrise von Schwarz-Gelb, und bezeichnen die Ernennung von Peter Altmaier als einen "schlechten Scherz". Der Bündnis 90/Grünen Vorsitzende Cem Özdemir bezeichnet den Rausschmiss Röttgens in einem Interview als "ein Bauernopfer" der Bundeskanzlerin, um "über ihr eigenes Versagen in Nordrhein-Westfalen und bei der Energiewende abzulenken".