Neues Erdöl in den Kanaren und Erdölpreis soll sinken

Zweierlei Berichterstattungen zum Thema Erdöl findet man derzeit in den Nachrichten. Erstens sollen vor den Urlaubsinseln Fuerteventura und Lanzarote bald Probebohrungen stattfinden, und zweitens will Saudi-Arabien eine Senkung des Erdölpreises durchsetzen.

 

Probebohrungen vor Lanzarote und Fuerteventura genehmigt

Die Spanische Regierung hat kürzlich dem Mineralölkonzern Repsol Probebohrungen nach Erdöl im Meer, 60 Kilometer vor den Küsten der Kanareninseln genehmigt. Repsol vermutet in diesem Gebiet die größten Erdölvorkommen, die jemals in der Geschichte Spaniens entdeckt wurden. Aus der riesigen Erdölblase könne taglich 150.000 Barrel Öl gefördert werden und somit über zehn Prozent des gesamten spanischen Verbrauchs von 1,4 Millionen Barrel am Tag gedeckt werden.
Sowohl die Bewohner der Kanareninseln als auch die Tourismusbranche befürchten nun schlimme Folgen für Umwelt und Tourismus, würde es zu einer Verschmutzung der Strände oder gar einem größerem Unfall wie im Golf von Mexiko kommen. Die Menschen auf Lanzarote und Fuerteventura leben hauptsächlich vom Tourismus, ihr Trinkwasser wird überwiegend in Meerwasserentsalzungsanlagen gewonnen. Eine Verschmutzung durch Öl würde sich katastrophal auswirken und den Menschen die Lebensgrundlage entziehen.

Grund zur Panik besteht derzeit jedoch noch nicht. Die Regionalregierung kündigte an, die Genehmigung vor den Gerichten anfechten zu lassen. Schon 2004 wurde ein ähnliches Vorhaben vom obersten Gerichtshof Spaniens wegen Verstöße gegen Umweltauflagen gestoppt. Selbst wenn das Vorhaben auch vor Gericht Bestand hätte, könnte wohl frühestens in zehn Jahren mit der Förderung von Erdöl begonnen werden.

Saudi-Arabien will Rohölpreis senken

Das saudi-arabische Kabinett hat Maßnahmen beschlossen, um den stark gestiegenen Rohölpreis auf ca. 100 US Dollar je Barrel zu senken, um dadurch eine Erholung der Weltwirtschaft zu beschleunigen. Saudi-Arabien ist hinter Russland der zweitgrößte Erdölförderer und Exporteur. Allein im Februar 2012 hat das Land 10 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) Erdöl gefördert und damit seine Förderkapazität nahezu ausgeschöpft. Um den Ölpreis zu senken planen die Saudis ihre Förderung und den Export weiter zu steigern. Hierfür sollen unter anderem stillgelegte Ölfelder wieder in Betrieb genommen werden.

Saudi-Arabien plant jetzt kurzfristig am 22. Juni einen "Energie-Krisengipfel" zu dem die Staats- und Regierungschefs der Förder- und Verbraucherländer, sowie die Chefs der größten Ölkonzerne und führender Investmentbanken nach Dschidda eingeladen werden sollen.