Shell sackt Fördergelder der Bundesregierung ein

Nach einem Bericht der ZDF Sendung WISO vom 23.04.2012 bekommt der millardenschwere Ölkonzern Shell Fördergeld der Bundesregierung und wird somit durch Steuergelder subventioniert.

 

Fördergeld für Einbau von Energiesparlampen

Das Fördergeld finanziert aus Steuergeldern erhält Shell für den Einbau von Energiesparlampen in 50 deutschen Tankstellenfilialen. Der Bund der Steuerzahler beziffert die Fördersumme auf 170.000 Euro.
Laut der Aussage einer Shell-Sprecherin habe sich Shell offiziell für das öffentliche Förderprogramm "Umwelt Innovationsprogramm" der Bundesregierung beworben.
Das Ziel und die Vorgabe des Umwelt Innovationsprogramms bestand in der Verminderung von Umweltbelastungen und der Senkung des CO2 Ausstosses.
Interessant: In der Ausschreibung des Programms heisst es,  "Vorhaben von kleineren und mittleren Unternehmen werden bevorzugt gefördert". Shell ist aber nun kein wirklich mittleres oder gar kleines Unternehmen, sondern ein weltweit operierender Konzern, der allein im Jahr 2011 23 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftete.

"Kostenoptimierung"

Die Shell Sprecherin begründete gegenüber WISO die Notwendigkeit Fördergelder der Bundesregierung in Anspruch nehmen zu müssen damit, dass Deutschland ein wettbewerbsintensiver Tankstellenmarkt sei, und auch Shell darauf angewiesen sei, Kosten bei Investitionen zu optimieren.

Vorreiter-Rolle für Shell

In einer schriftlichen Stellungnahme erklärt das Bundesministerium für Umwelt, man habe Shell die Förderung gewährt, um einen Anreiz für andere Tankstellenbetreiber zu schaffen, ebenfalls energiesparende Maßnahmen zu ergreifen.
Der Bund der Steuerzahler hält das Projekt wegen des Umweltaspekts zwar insgesamt für gut, aber die Vergabe in diesem Fall für irrational. "Vor diesem Hintergrund sollte man Subventionen insgesamt auf den Prüfstand stellen", so Reiner Holznagel vom Bund der Steuerzahler.

Kommentar Wie Energiesparen? Info!:

Einerseits plant die Bundesregierung ein Gesetz gegen Benzinpreisabzocke, andererseits bekommt ein Mineralölkonzern dann Fördergelder, die er absolut nicht nötig hat. Die 170.000 Euro hätte man doch sicher gezielter und sinnvoller ausgeben können. Kann es wirklich sein, dass sich kein anderes kleines Unternehmen für die Förderung beworben hat?