Teure Energie 2011 treibt Erzeugerpreise in die Höhe

Nach einer am 20.01.2012 veröffentlichten Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts Deutschland, sind die Erzeugerpreise[1] gewerblicher Produkte im Jahr 2011 in Deutschland im Vergleich zu 2010 so stark angestiegen wie zuletzt 1982, also vor fast 30 Jahren.
Die Preise für 2011 lagen im Jahresdurchschnitt um etwa 5,7% höher als im Vorjahr, 1982 lag die Veränderungsrate bei 6%.

 

Hauptursache hohe Energiepreise

Hauptursache der steigenden Erzeugerpreise waren die hohen Energiepreise im Jahr 2011.
Laut dem Pressebericht des Statistischen Bundesamts war Energie durchschnittlich 10,6 % teurer als im Vorjahr. Für Haushalte stieg der Gaspreis um 4,5%, Strom kostete ca. 7% mehr als 2010. Die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen um 16,6%.

Auswirkungen für Verbraucher

Erzeugerpreise wirken sich zwar nicht direkt auf Verbraucherpreise aus, sondern schlagen erst mit einiger Verzögerung durch, sie gelten aber als Indikator für zukünftige Entwicklungen der Verbraucherpreise und der Inflationsrate.
Die Inflationsrate 2011 lag nach Angaben des Statistischen Bundesamts bei 2,3%, mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2010 (1,1%). Als Grund für den seit drei Jahren höchsten Anstieg der Inflation nennt das Bundesamt ebenfalls die stark gestiegenen Energiepreise.
Der Preisanstieg wirkte sich auch negativ auf die Reallöhne[2] der Beschäftigten in Deutschland aus. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) blieben die Tariferhöhungen hinter der Inflation zurück. Eventuelle Lohnerhöhungen wurden somit von der Teuerung "aufgefressen".


[1] Der Erzeugerpreis ist der Preis, den ein Hersteller von seinen gewerblichen Kunden oder vom Großhandel verlangt.
[2] Im Reallohn werden Veränderungen des Preisniveaus in Form von Inflation oder Deflation berücksichtigt.