Richtig Heizen und Heizkosten sparen

Bald ist es wieder soweit. Herbst und Winter stehen vor der Tür und die kalte Jahreszeit bricht an. Damit es Sie trotz heftiger Preiserhöhung für Heizöl, Erdgas und Strom nicht eiskalt erwischt, sollten Sie schon jetzt den Zustand Ihrer Heizung überprüfen und auch andere Möglichkeiten zur Heizkostensenkung erwägen und gegebenenfalls ausführen.
Im Folgenden geben wir Ihnen Tipps, wie Sie mit einfachen Mitteln Heizkosten senken und Geld sparen können.

 

Überprüfen der Heizanlage

Heizungsanlagen, Heizkessel, Gasthermen usw. sollten einmal im Jahr vom Heizungs-Fachmann gewartet werden. Darüber hinaus ist es ratsam, dass Sie noch vor Beginn der Heizperiode einige Wartungs- und Vorbereitungsarbeiten selbst ausführen.

Heizung entlüften

Überprüfen Sie, ob sich Luft in den Heizungsrohren oder Heizkörpern befindet. Wenn es "gluckert" und "blubbert" ist es Zeit, den Heizungskreislauf zu entlüften, denn Luft in der Heizung verringert deren Effizienz.
Weiterführende Infos finden Sie im Artikel "Wie Heizkörper entlüften".

Alte Heizkörperventile austauschen

alte Heizkörper Handventile

alte Heizkörper-Handventile

In mancher Wohnung, vor allem in Altbauten, finden sich noch Radiatoren mit "uralten" Handventilen, 15 Jahre oder gar älter. Diese regeln den Wasserdurchfluss nicht automatisch. Je nach Einstellung fliesst immer dieselbe Menge Warmwasser durch den Radiator, egal wie warm oder kalt es im Zimmer ist. Erwägen Sie unbedingt den Austausch solcher "Thermostate" durch moderne Regler. Sind Sie nicht Eigentümer, kontaktieren Sie Ihren Vermieter, und überzeugen Sie ihn zum Austausch der veralteten Heizkörperventile.
Der Einsatz und die Nachrüstung von selbstregelnden Thermostatventilen ist übrigens gesetzlich vorgeschrieben (Energieeinsparverordnung - EnEV, §14).

Thermostate überprüfen

Manchmal sind klemmende oder verkalkte Thermostatventile dafür verantwortlich, dass Heizkörper nicht warm werden, oder überhaupt nicht geregelt werden können. Wenn Sie handwerklich etwas versiert sind, können Sie den Fehler oft selbst beheben:

Heizkörper Thermostat

Bild 1: Heizkörper Thermostat

Heizkörper Thermostatventil

Bild 2: Ventil mit Ventilspindel

  • Schrauben Sie den Einstellkopf des Thermostats ab. Hierzu müssen Sie nur die Überwurfmutter lösen (s. Bild 1), indem Sie diese mit einer Rohrzange gegen den Urzeigersinn abschrauben. Keine Angst, es kann kein Wasser auslaufen, da das Ventil eigens im Heizkörper verschraubt ist.
  • Das Ventil liegt nun offen (s. Bild 2). Vorne ragt die Ventilspindel heraus, die den Wasserdurchfluß regelt. Bei korrekt funktionierenden Ventilen ragt die Spindel ca. 5 Millimeter heraus und lässt sich mit etwas Druck ins Ventil drücken.
  • Falls die Spindel klemmt versuchen Sie diese zu lösen, indem Sie mit einem Schraubenziehergriff leicht von vorne auf den Spindelstift schlagen, oder mit leichten Schlägen auf den Ventilkörper. Bitte nur leicht schlagen und nicht mit Gewalt!
  • Bei Erfolg den Einstellkopf wieder aufschrauben, indem Sie ihn von vorne gegen das Ventil drücken und die Überwurfmutter mit der Zange wieder anschrauben.

Sollte sich die Spindel nicht lösen lassen, muss das Ventil vom Fachmann wahrscheinlich komplett ausgetauscht werden.

Heizrohre isolieren

Haben Sie eigentlich schon einmal überprüft, ob alle Ihre Heizungsrohre richtig isoliert sind? Das heisse Wasser sollte schliesslich möglichst ohne Wärmeverlust in der Heizleiste ankommen. Sind die Rohre nicht isoliert, geht ein guter Teil der Wärme auf dem Weg zur Heizleiste verloren und die Wärme strahlt dort ab, wo sie nicht gebraucht wird (im Keller, hinter Verkleidungen, hinter Wandleisten in die Wand, etc…). Unterschiedliche Rohrdämmungen erhalten Sie für nicht allzuviel Geld im Fachhandel oder Baumarkt. Die Anschaffung und Installation spart Heizkosten und lohnt sich auf jeden Fall.

Wärmeschutz zwischen Wand und Heizkörper anbringen

Sind ihre Aussenwände dünn oder schlecht isoliert, dann ist es ratsam eine Wärmedämmung zwischen dem Heizkörper und der Wand anzubringen. Je dünner die Aussenwand ist, desto sinnvoller ist diese Maßnahme. Für die nachträgliche Dämmung (nach Anbringung des Heizkörpers) gibt es im Baumarkt verschiedene flexible Dämmplatten mit oder ohne Aluminiumkaschierung. Wenn Sie die Heizleiste abnehmen können, sollten Sie besser gleich dickere Hartschaumplatten verwenden.
Lassen Sie sich im Baumarkt beraten und über die fachgerechte Anbringung informieren, damit es nicht zu Schimmelbildung zwischen Wand und Platte kommen kann. Ausserdem muss zwischen Platte und Heizkörper genügend Freiraum bleiben, damit die Warmluft ungehindert aufsteigen kann.

Auf gute Luftzirkulation achten

Damit die am Radiator entstehende Warmluft ungehindert in den Raum abgegeben werden kann, sollten Sie darauf achten,

  • dass Zierblenden vor oder um Radiator die Luftzirkulation nicht behindern. Im allgemeinen ist es besser Zierblenden ganz zu entfernen.
  • dass Gardinen und Vorhänge nicht über und vor die Heizkörper hinaus ragen. Sonst heizen Sie hinter die Gardine!
  • dass keine Möbel (z.B. Sofa!) vor der Heizung stehen.
  • dass Thermostate nicht von Vorhängen oder Ähnlichem verdeckt werden.

Wärmedämmung an Fenster und Türen

Gerade in älteren Wohnungen sind schlecht schliessende Fenster, Wohnungs-  und Haustüren für einen hohen Wärmeverlust verantwortlich. Hier können schnell bis zu 15% der Raumwärme verloren gehen.

Fenster gegen Zugluft isolieren

Profildichtung Fenster Tür

Profildichtung für Fenster u. Tür

Stellen Sie zunächst fest, ob bei geschlossenem Fenster irgendwo zwischen Fenster und Fensterrahmen Zugluft auftritt. Führen Sie dazu eine Kerzen- oder Feuerzeugflamme langsam am Fensterrahmen entlang. Flackert die Flamme mehr oder weniger stark, ist die Fensterdichtung nicht mehr intakt.
Mit Schaumstoff- oder Profildichtungsbändern können Sie Zugluft am Fenster unterbinden. Die Bänder bekommen Sie im Baumarkt in ganz unterschiedlichen Formen und Stärken. Profildichtungen sind meist teurer als Schaumstoffbänder, halten aber auch länger. Damit die selbstklebenden Bänder gut halten, sollten die zu beklebenden Rahmenflächen vorher gut gereinigt werden.

Türen abdichten

Neben dem Problem der unzureichenden Dichtung zwischen Tür und Türrahmen, das Sie wie beim Fenster mit Dichtungsbändern beheben können, tritt bei Haus- und Wohnungstüren meist ein viel größeres Problem auf: Durch einen mehr oder weniger großen Spalt zwischen Fußboden und Tür zieht es spürbar durch.
Je nach Beschaffenheit des Fußbodens kann man das Problem durch Anbringen einer Bürstendichtung, Türbodendichtung oder eines anderen Zugluftstoppers an der Tür beheben. Es gibt hierfür sehr unterschiedliche Lösungen, lassen Sie sich am besten im Fach- oder Baumarkt für Ihre spezielle Situation beraten.

Nachts Rollläden runter

Je kälter es draussen ist, desto größer sind die Wärmeverluste am Fenster und Fensterrahmen. Im Winter, wenn nachts die Temperaturen stark sinken, macht es deshalb durchaus Sinn, alle Rollläden herunter zu lassen, bzw. Fensterläden zu schliessen. Laut Umweltbundesamt kann dies den Wärmeverlust um bis zu 20% verringern. Verstärken Sie den Effekt, indem Sie Gardinen und Vorhänge zuziehen. Achten Sie aber darauf, dass Heizkörper nicht verdeckt werden.

Fenster-Isolierfolie anbringen

Für alte, einfach verglaste Fenster empfiehlt sich die Verwendung von Fenster-Isolierfolie / Wärmedämmfolie. Die glasklare Folie wird nicht etwa auf die Glasscheibe geklebt, sondern mit doppelseitigem Klebeband auf den Fensterrahmen. So entsteht zwischen der Folie und dem Fensterglas eine Wärmedämmende Luftschicht. Laut Tesa, einer der Hersteller solcher Fensterfolien, liegt das Einsparpotenzial bei 6 - 8%. Der Quadratmeterpreis liegt zwischen 2 und 3,20 Euro, die Heizkostenersparnis hingegen bei 5 - 7 Euro je Quadratmeter Fensterfläche.

Richtig Heizen

Raumtemperatur Wohnzimmer

Raumtemperatur Wohnzimmer

Auch die energieeffizienteste Heizung, die beste Wärmedämmung am Haus und gut isolierte Fenster bringen wenig Einsparungen, wenn zu viel und zu stark geheizt wird. Deshalb...

Raumtemperatur absenken!

In vielen Haushalten wird zu stark geheizt, die Raumtemperaturen liegen zu hoch. Mit jedem zusätzlichen Grad Temperatur verbrauchen Sie 6% mehr Heizenergie. Oder anders herum:

Wenn Sie Ihr Wohnzimmer auf 20° C anstatt 24° C heizen, sparen Sie 4 x 6% = 24% Energie!

Wie warm Sie es gerne haben hängt natürlich von Ihrem individuellen Empfinden ab, trotzdem sollten Sie sich folgende allgemeine Empfehlungen für Raumtemperaturen im Winter zu Herzen nehmen:

  • 20° C bis max. 22° C in Wohn- und Arbeitsräumen und Kinderzimmer
  • 16° C bis 18° C in Schlafzimmer, Küche, Flur und anderen weniger genutzten Zimmern

Zimmertüren sollten geschlossen sein, damit der Heizkörper des einen Raums einen anderen Raum nicht mitheizen muss. Das wäre ineffizient und erhöht Heizkosten.

Noch ein gut gemeinter Tipp:
Ziehen Sie warme Socken und einen kuscheligen Pulli an, anstatt die Heizung hochzudrehen.

Nachtabsenkung vornehmen

Nachts sollte die Raumtemperatur in Arbeits- und Wohnräumen um 5° C abgesenkt werden (auf 15° C bis 16 ° C). Wenn Sie eine modernere Heizung mit Raumthermostat haben, stellen Sie die Programmierung entsprechend ein.

Raumtemperatur bei Abwesenheit absenken

Bei Abwesenheit reicht es aus, die Zimmertemperatur auf 15° C oder 16° C zu halten. Wenn Sie z.B. Werktags nicht Zuhause sind und erst Abends nach Hause kommen, brauchen Sie Ihre Zimmer nicht den ganzen Tag auf 18° C oder 20° C heizen. Drehen Sie die Thermostate morgens herunter und/oder programmieren Sie das Raumthermostat entsprechend.
Bei längerer Abwesenheit (Urlaub, etc.) reicht eine Temperatur von 12° C aus. Allerdings sollten 12° C nicht unterschritten werden, da die Wohnung und die Wände sonst zu stark auskühlen und auch Schimmelbildung begünstigt wird.

Auf Elektroheizungen verzichten!

Auf zusätzliche, mit Strom betriebene Heizkörper, wie Elektro-Öfen (Ölradiatoren), Heizlüfter und ähnliche Geräte, sollten Sie unbedingt verzichten. Diese Geräte verschwenden richtig viel Strom (Ölradiatoren z.B. bis 2500 Watt) und stellen insgesamt eine sehr ineffiziente und teure Art der Wärmegewinnung dar. Wenn überhaupt, dann nur im Notfall verwenden (bei Ausfall der Heizung), und nicht für längere Dauer.

Richtig Lüften

Machen Sie Schluss mit dem energieverschwendenden Dauerlüften durch Kippstellung der Fenster! Die einzig richtige und energiesparende Art zu Lüften ist die Stoßlüftung.
Lesen Sie hierzu bitte die ausführlichen Informationen im Artikel "Wie richtig Lüften?".

Gaspreise vergleichen, Anbieter wechseln

Wenn Sie mit Gas heizen, sollten Sie auf jeden Fall Gaspreise und Gastarife anderer Energieanbieter mit ihrem derzeitigen Preis und Tarif vergleichen, oder nach einem günstigeren Tarif bei ihrem momentanen Anbieter fragen. Seit der Öffnung des Erdgasmarkts in Deutschland stellt ein Wechsel zu einem billigerem Anbieter kein Problem mehr dar. Insbesondere wenn Sie noch Gas in einem oft teuren Grundtarif erhalten, können Sie durch einen Anbieterwechsel oder auch nur durch einen Tarifwechsel jährlich bis zu mehrere Hundert Euro Gaskosten sparen.