Tipps für Kühlschrank und Gefriergeräte

Hier finden Sie eine Liste nützlicher Tipps und Möglichkeiten um Energie beim Gebrauch von Kühlschrank, Gefrierschrank, kombinierter Kühl- und Gefrierschrank, Weinkühler und ähnliche zu sparen.

 

Tipps für Neukauf

Bedarf ermitteln (Nutzinhalt)

Ermitteln Sie vor dem Kauf eines Neugeräts Ihren konkreten Bedarf.
Wieviele Personen leben in Ihrem Haushalt? Wieviel Volumen muss das Gerät aufnehmen können? Reicht eventuell auch ein kleineres Gerät?
Bedenken Sie, dass Geräte mit größerem Nutzinhalt durchschnittlich mehr Strom verbrauchen als kleinere Geräte.

Laut Öko-Institut e.V. wird pro 100 Liter zusätzlichem Nutzinhalt beim Kühlschrank etwa 10% mehr Energie verbraucht, bei Gefriergeräten sind es zwischen 20 und 30 Prozent.

Um Ihren Bedarf zu ermitteln, rechnen Sie bei Kühlschränken mit gut 50 Liter pro Person. Bei Gefrierschränken müssen Sie Ihr Verhalten bei der Vorratshaltung einbeziehen. Bei niedriger bis mittlerer Vorratshaltung reichen 50-80 Liter, wenn Sie viel für längere Zeit einfrieren um die 130 Liter pro Person.

Brauchen Sie einen Kühlschrank mit 4 Sterne Eisfach, oder reicht ein normaler Kühlschrank ohne?
Wenn Sie schon einen separaten Gefrierschrank oder eine Tiefkühltruhe besitzen, sollten Sie auf jeden Fall auf ein extra Gefrierfach im Kühlschrank verzichten.

Ein Kühlschrank ohne Gefrierfach verbraucht bei gleichem Nutzvolumen gut ein drittel weniger Strom als ein Kühlschrank mit Eisfach!

Auf die Energieeffizienzklasse achten

Effizienzlabel Kühlschrank

Effizienzlabel Kühlschrank

Achten Sie unbedingt auf die Energieeffizienzklasse des Geräts!
Seit Dezember 2011 müssen Kühl- und Gefriergeräte mit dem neuen EU-Energielabel gekennzeichnet werden. Das neue Label enthält die neuen Energieeffizienzklassen A+, A++ und A+++. Ihr neues Kühlgerät sollte mindestens die Klasse A+ besitzen, besser noch A++. Geräte mit A sind nicht mehr "up to date" und dürfen seit Juli 2012 bis auf wenige Ausnahmen gar nicht mehr in den Handel.

Die durchschnittlichen Energieeinsparungen von neuen A plus Geräten gegenüber alten und A Geräten liegen bei 20% für A+, 40% für A++ und 60% für A+++.
Für jedes zusätzliche "+" also 20% Energieersparnis gegenüber einem vergleichbaren A (ohne plus) Gerät. Natürlich werden die Geräte teurer, je mehr Pluszeichen hinter dem A stehen, aber die Einsparung von Strom über die Jahre gerechnet gleicht dies locker aus.
Wenn Sie zum Vergleich verschiedener Geräte derselben Klasse den genauen Stromverbrauch suchen, werfen Sie einen Blick auf das EU-Label. Rechts unter der Farbbalkendarstellung steht der mittlere Jahresenergieverbrauch in Kilowattstunden (kWh).

Liste sparsamste Kühlgeräte

Die derzeit energieeffizientesten und somit sparsamsten A+++ Kühl- und Gefriergeräte finden Sie in der EcoTopTen Marktübersicht A+++ 2013 inklusive Angaben zu Hersteller, üblicher Marktpreis, Stromverbrauch und Stromkosten.

Gefrierschrank oder Kühltruhe?

Haben Sie die Möglichkeit, sich zwischen Gefrierschrank oder Kühltruhe zu entscheiden? Dann nehmen Sie besser die Kühltruhe.
Der Luftaustausch von kalter und warmer Luft beim Öffnen von Kühlgeräten ist ein entscheidender Faktor für die Höhe des Energieverbrauchs (lesen Sie dazu auch: Styropor im Kühlschrank?). Beim Öffnen der Tür des Gefrierschranks 'fällt' die kalte, schwerere Luft unten aus dem Gerät heraus. Tiefkühltruhen sind "Toplader". Deshalb findet ein Luftaustausch beim Öffnen nur an der Oberseite durch Luftbewegungen statt. Bei gleicher Öffnungszeit entweicht bei der Truhe viel weniger kalte Luft als bei dem Schrank.

Öko-Institut e.V. beziffert die Energieeinsparung von Tiefkühltruhen gegenüber Gefrierschränken bei gleichem Nutzvolumen mit rund 12%.

Klimaklasse beachten

Wenn Sie planen, Ihr Gerät in einem kühlen Raum aufzustellen, z.B. im Keller, müssen Sie unbedingt auf die vom Hersteller angegebene Klimaklasse des Kühlgeräts achten.
Weitere Infos hierzu finden Sie unten bei Allgemeine Spartipps.

Stop-Frost, No-Frost, Low-Frost? Kein Frost!

Eisschollen in Kühlschrank, Eisfach und Gerfriergerät sind schlecht und verhindern eine energieeffiziente Kühlung. Sogenannte Stop-Frost, No-Frost oder Low-Frost Geräte sollen durch den Einsatz spezieller Techniken verhindern, dass sich Luftfeuchtigkeit als Reif und schliesslich als Eis niederschlägt.
No-Frost Geräte kühlen mit einem kalten Luftstrom, erzeugt durch einen Lüfter im Inneren. Ausserdem haben Sie noch eine "Heizung", die die Kühlrippen enteist. No-Frost Geräte haben also einen zusätzlichen Energieverbrauch, ca. 10 - 20% mehr. Im Energieeffizienz-Label ist dieser zusätzliche Verbrauch aber schon berücksichtigt. Wenn Sie beim Vergleich von normalen mit No-Frost Geräten einen "No-Froster" in derselben Effizienzklasse finden, der nicht wesentlich mehr Strom pro Jahr verbraucht, könnten Sie sich für den No-Froster entscheiden.
Stop-Frost und Low Frost Geräte verhindern Eisbildung ohne zusätzlichen Energieaufwand.

Spartipps für alte Geräte

Im Prinzip gilt: Je älter Ihr Gerät ist, desto mehr Strom verbraucht es im Vergleich zu einem Neugerät.
Wissen Sie wieviel Strom Ihr alter Kühlschrank "frisst"? Machen Sie doch einfach mal den Test und leihen Sie sich ein Strommessgerät aus. Das sorgt für Gewissheit.
Zum Vergleich: A++ Kühlschränke ohne Gefrierfach verbrauchen bei ungefähr 150 Liter Nutzvolumen ca. 95 kWh pro Jahr, mit Gefrierfach bei gleicher Größe ca. 140 kWh. A++ Gefrierschränke mit ca. 95 Liter Volumen verbrauchen um die 145 kWh. A++ Kühl- und Gefrierkombis verbrauchen je nach Nutzinhalt zwischen ca. 185 kWh bis ca. 230 kWh.
Ausführliche Infos und Tests finden Sie auf EcoTopTen Kühl- und Gefriergeräte (ecotopten.de) des Öko Institut e.V.

Überprüfen Sie die Türdichtungen alter Geräte.

Alte Kühlschrankdichtung

alte undichte Kühlschrankdichtung

Eine häufige Quelle von stark erhöhtem Stromverbrauch alter Kühlgeräte sind überaltete Türdichtungen. Diese werden mit der Zeit marode, sie schrumpfen, werden rissig oder porös, oft an den Ecken. Durch marode Dichtungen findet ein permanenter Luftaustausch statt. Sehr schlecht für Ihre Stromrechnung! Fragen Sie im Fachhandel nach, ob für Ihr Kühlgerät noch eine neue Dichtung erhältlich ist. Wenn nicht, denken Sie besser über eine Neuanschaffung nach.

Allgemeine Spartipps

Auf überzählige Geräte verzichten

Laufen bei Ihnen womöglich mehrere gleichartige Kühlgeräte?
Haben Sie zum Beispiel in der Küche einen neueren effizienten Kühlschrank oder eine Kühl/Gefrierkombi, aber im (Hobby-)Keller ebenfalls einen alten Kühlschrank oder ein altes Tiefkühlgerät? Dann sollten Sie sich besser dazu entscheiden die überzähligen Geräte abzuschalten und zu entsorgen.

Falsche Aufstellung vermeiden

Umgebungstemperatur

Die Umgebungstemperatur spielt beim Energieverbrauch von Kühlgeräten eine wichtige Rolle. Je höher die Umgebungstemperatur ist, desto öfter muss das Gerät kühlen und desto mehr Strom wird verbraucht.
Stellen Sie deshalb Kühlgeräte nie in unmittelbarer Nähe von Wärmequellen auf. Zu möglichen Wärmequellen zählen Herd und Backofen, Spülmaschine, Wäschetrockner, Sonneneinstrahlung und Heizung. Stellen Sie Ihre Kühlgeräte am besten an eine Aussenwand möglichst weit weg von Wärmequellen.
Stellen Sie Ihr Kühlgerät nicht in einem zu kühlen Raum auf, schon gar nicht im Winter nach draussen. Dass klingt zunächst widersinnig, aber Kühlgeräte arbeiten nicht mehr effizient, wenn die Umgebungstemperatur die in der Klimaklasse angegebene Mindesttemperatur unterschreitet. Steht das Kühlgerät dauerhaft in einer zu kühlen Umgebung kann dies dazu führen, dass

  • die Kühltemperatur überschritten wird und der Inhalt im Gerfrierfach/Gefrierschrank auftaut.
  • der Energieverbrauch steigt.
  • das Gerät Schaden nimmt, wenn das Schmiermittel im Kühlkompressor zähflüssig wird.

Die hierzulande üblichen Klimaklassen sind N (Normal) und SN (Sub-Normal, oder Erweitert-Normal). Die Temperaturzone der Klimaklasse N geht von +16° bis + 32° Celsius, die der Klimaklasse SN von +10° bis + 32° Celsius. Wenn Sie ein Gerät in den Keller stellen muss es auf jeden Fall die Klasse SN besitzen, die Temperatur im Kelleraum darf aber trotzdem über einen längeren Zeitraum nicht unter 10° fallen.

Belüftung

Sorgen Sie bei der Aufstellung dafür, dass das Gerät gut belüftet wird, damit die vom Gerät erzeugte Wärme gut abgeleitet werden kann. Lüftungsschlitze und Lüftungsgitter dürfen nicht verdeckt werden und sollten regelmäßig gereinigt werden. Gibt das Gerät die Wärme über eine Aussenwand ab (kann auch eine Seitenwand sein), muss an dieser Wand genügend Luft entlangfliessen können. Beachten Sie auf jeden Fall die Angaben des Herstellers zu Aufstellung oder Einbau.

Alles im Lot?

Zuguterletzt sollten Sie bei der Aufstellung von Kühlschrank, Kühltruhe & Co dafür sorgen, dass die Geräte im Lot stehen. Überprüfen Sie den Stand mit der Wasserwaage, denn bei mehr oder weniger gekippt gestellten Geräten kann es sein, dass die Tür nicht mehr optimal schliesst. Und das gilt es zu vermeiden.

Optimale Temperatureinstellung

Temperatur im Gefriergerät

Die optimale Temperatur in Gefrierschrank, Kühltruhe bzw. 3 oder 4 Sterne Gefrierfach hinsichtlich der Energieersparnis liegt bei -18° Celsius. -18° Celsius ist die maximal niedrigste Temperatur, die zur Halbarkeitmachung und Lagerung von Tiefkühlkost empfohlen wird. -18° ist auch die Temperatur, auf die sich das Mindesthaltbarkeitsdatum von Tiefkühlkost bezieht. Jedes weitere Kältegrad darunter verlängert zwar die Mindesthaltbarkeit des Eingefrorenen, erhöht aber auch den Energieverbrauch.

Temperatur im Kühlschrank

In den meisten Kühlschränken liegen mehrere Temperaturzonen unterschiedlicher Kälte vor. Je nach Einstellung ist es unten direkt über der Glasplatte der Gemüsefächer mit etwa 0° - 3° am kältesten, in der Mitte herrschen ca. 4-7°, oben ca. 8-12°. Die Gemüsefächer liegen bei ca. 8° und in den Fächern der Tür liegt die Temperatur wieder höher mit 10° oder mehr.
"No-Frost" Geräte haben im gesamten Innenraum aufgrund des Luftstroms beim Kühlen eine mehr oder weniger gleiche Temperatur.
Die optimale Temperatur hinsichtlich der Energieersparnis sollte in der Mitte also bei 6° bis 7° Celsius liegen. 7° Celsius ist auch die Empfehlung des Umweltbundesamt.
Im Zweifelsfall ist es aber ratsam die Empfehlung des Geräteherstellers zu befolgen.

Kühlgerät effizient nutzen

Schnell raus, schnell rein!

Wie oben bereits, erwähnt sollten Sie den Luftaustausch bei Benutzung auf ein Minimum reduzieren. Öffnen Sie Ihr Kühlgerät also so wenig und schliessen Sie die Tür wieder so schnell wie möglich. Je weniger warme Raumluft in den Kühler gelangt, desto besser. Eine gute Organisation der Lebensmittel im Gerät kann helfen, die Öffnungszeit zu verkürzen.
Stellen Sie entnommene Waren möglichst bald in den Kühlschrank zurück.
Haben sich diese erst wieder auf Raumtemperatur erwärmt, müssen sie im Kühlschrank wieder energiefressend heruntergekühlt werden. Stellen Sie niemals warme Speisen in den Kühler! Das wäre einerseits reinste Energieverschwendung, andererseits bringen warme Speisen zu viel Luftfeuchtigkeit ins Gerät ein.
Tauen Sie eingefrorene Kost im Kühlschrank auf! Das dauert zwar länger als das Auftauen bei Raumtemperatur, aber die Tiefkühlkälte sorgt dafür, dass der Kühlschrank während des Auftauens weniger kühlen muss. Bei einigen Speisen wird das langsame Auftauen im Kühlschrank übrigens empfohlen, da dies schonender ist, und der Geschmack besser erhalten bleibt.
Nutzen Sie auch die Kälte von gerade gekauften Kühlwaren, und transportieren Sie diese vor allem im Sommer möglichst in Kühltaschen nach Hause.

Stop Superfrost!

Viele Gefrierschränke und Kühltruhen haben eine "SuperFrost" Funktion in Form eines Schalters oder einer Taste. Achtung: Superfrost dient nur dazu viel ungefrorenes Gut möglichst schnell einzufrieren! Bei Superfrost wird das Thermostat des Geräts übergangen und die Temperatur auf -32° Celsius oder tiefer gekühlt. Neuere Geräte haben eine Superfrost-Automatik, die das Gerät in den Normalbetrieb zurückschaltet, sobald der Gefriervorgang abgeschlossen ist. Manche Hersteller bewerben die Automatik als ein "energiesparendes Vergügen", aber bedenken Sie, Superfrost ist alles andere als energiesparend! Der Vorgang kann schon mal zwei bis zweieinhalb Tage dauern, währenddessen das Gerät permanent läuft und Strom frisst. Benutzen Sie Superfrost deshalb nur, wenn es unbedingt sein muss (wenn Sie viel Gut auf einmal einfrieren müssen)! Bei alten Geräten müssen Sie die Superfrost Funktion unbedingt wieder von Hand abschalten, sonst erwischt es Sie "eiskalt" bei der nächsten Stromrechnung.

Abtauen bitte!

Überprüfen Sie Ihre Geräte regelmäßig auf Eisablagerungen. Haben sich im Gefrierfach des Kühlschranks oder im Tiefkühlgerät dicke Eisschollen gebildet, ist es höchste Zeit zum Abtauen. Eisablagerungen an Innenwänden wirken sich nachteilig auf die Kühlwirkung aus und erhöhen auf Dauer den Stromverbrauch. Schlimmstenfalls behindert Eis das richtige Schliessen der Türdichtungen und dann kommt es erst recht zu Eisbildung.

Abstellen bitte!

Wenn Sie Ihr Gerät innen putzen wollen, stellen Sie es vorher aus. Am besten Stecker ziehen. Es macht schliesslich wenig Sinn, wenn Sie während des Reinigens den Raum kühlen.
Fahren Sie für längere Zeit, für mehrere Wochen in den Urlaub? Stellen Sie Kühlgeräte vorher ab (Stecker ziehen!), räumen Sie sie aus und lassen Sie die Tür offen stehen, um Schimmelbildung zu vermeiden.